Vitamin B12 selbst spritzen? So geht's!

Gesundheit Vitamin B12

Jeder, der sich (überwiegend) pflanzlich ernährt, sollte auf ausreichend Vitamin B12 achten. Neben Tabletten, Tropfen oder Zahnpasta gibt es auch eine weitere Möglichkeit: Spritzen!

Vitamin B12 selbst spritzen – warum eigentlich?

Wer keine Angst vor einem Pieks und keine Lust auf Tabletten hat, für den sind Spritzen eine gute Alternative. Nach zehn Gaben in fünf Wochen hat man erst mal ein bis zwei Jahre Ruhe. In dieser Zeit muss dann auch kein Vitamin B12 in Form von Tabletten, Zahnpasta oder sonst irgendwie zugeführt werden. Zum Glück muss man es auch nicht meiden, denn Vitamin B12 kann man (nach aktuellem Stand der Forschung) nicht überdosieren.

Manche Menschen können Vitamin B12 nicht oder nur sehr schlecht im Magen und Darm aufnehmen, für sie sind die Spritzen unumgänglich.

Besuch beim Hausarzt

Bevor man sich die Utensilien besorgt, sollte man erst mal seinen Hausarzt besuchen und seinen Vitamin B12 Wert checken lassen. Dabei unbedingt an das HoloTC denken!

Bei einem Mangel kann man sich dann direkt vom Arzt beraten lassen, welche Dosis angebracht ist. Viele Ärzte geben das Vitamin B12 lieber in den Muskel, aber eine Subkutane Injektion (also in das Unterhautfettgewebe) funktioniert auch. Damit spart ihr euch jede Menge Arztbesuche und könnt euch ganz entspannt zu Hause spritzen.

Das wird gebraucht:

  • Vitamin B12 Ampullen

Die gibt es im Internet (zum Beispiel hier), ich habe sie in den Einheiten 1000, 1500 und 3000 µg gesehen. Besprecht die richtige Dosis mit eurem Hausarzt. Vitamin B12 ist rezeptfrei und kostet für 10 Ampullen etwa 10 Euro.

  • Spritzen 

Am sinnvollsten sind 2ml oder 5 ml Spritzen, da in den Ampullen 2 ml Flüssigkeit enthalten ist.

  • 2 Kanülen (kurz und lang)

Eine kurze Kanüle (8-12 mm Länge, 0,3- 0,5 mm Durchmesser) ist beim Spritzen ins Bauchfett die beste Wahl. Je kleiner der Durchmesser der Kanüle, desto weniger fühlt ihr den Einstich. Zusätzlich würde ich noch empfehlen, eine lange Kanüle (zum Beispiel 40 mm) zu besorgen, um das Vitamin B12 aufzuziehen. Das wäre mit einer kurzen Kanüle sehr umständlich. Wenn ihr euch bei den Größen der Kanülen unsicher seid, lasst euch in der Apotheke eures Vertrauens beraten. Leider gibt es auf Amazon keine medizinischen Kanülen mehr, ihr werdet aber weiterhin bei jeder (online) Apotheke fündig. 

  • Hautdesinfektionsmittel

Hygiene ist dein Freund. Also entweder direkt nach dem duschen spritzen, oder ein Hautdesinfektionsmittel besorgen, zum Beispiel im Drogeriemarkt oder online.

So geht’s!

  1. Hände waschen

  2. Ampulle, Spritze, Kanüle und Desinfektionsmittel bereit legen.

  3. Gegen den Kopf der Ampulle klopfen, damit die komplette Flüssigkeit nach unten läuft. Dann den weißen Punkt am Hals der Ampulle zu sich drehen und nach hinten abbrechen. Am besten dazu ein Stück Küchenpapier nehmen, damit man sich nicht schneidet.

  4. Die (lange) Kanüle auf die Spritze setzen und das Vitamin B12 aufziehen. Am Ende sollte keine Luft mehr in der Spritze sein.

  5. Falls ihr eine kurze Kanüle zum spritzen habt, solltet ihr sie jetzt auf die Spritze machen.

  6. Hautstelle mit ein bisschen Speck suchen (Bauch, Oberschenkel) und desinfizieren. 30 Sekunden warten.

  7. Eine Hautfalte bilden und senkrecht hinein stechen. Wenn man sehr dünn oder sehr muskulös ist, kann man auch im 45° Winkel stechen.

  8. Ganz langsam und gemächlich das Vitamin B12 spritzen. Das darf ruhig eine Minute dauern.

  9. Wenn die Spritze leer ist, noch wenigstens 10 Sekunden warten. Zieht man sie zu früh heraus, kommt zu viel der Lösung wieder mit raus.

  10. Spritze raus ziehen, fertig!

  11. Im Krankenhaus total verboten, zu Hause aber sinnvoll: Die Kappe wieder auf die Kanüle machen, damit sich niemand daran verletzt. 

Ich persönlich war begeistert davon, wie schmerzarm das Ganze war! Ich habe mir vor ein paar Jahren nach einer OP ein paar Wochen Heparin spritzen müssen, dass war fies, hat gebrannt und gab böse blaue Flecken. Beim Vitamin B12 ist alles glatt gelaufen, es hat nicht mal besonders weh getan.

Wenn es bei euch stark schmerzt, läuft etwas nicht richtig! Vielleicht drückt ihr eure Haut zu stark zusammen, oder habt zu tief gestochen. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt bitte bei eurem Hausarzt nach! 

Hier zeige ich den Ablauf nochmal ganz genau: 

 

 


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